Chakren und Nadis - eine Übersicht

Oft fragt man sich, warum man sich nach einer Yogastunde so toll fühlt, so glücklich und geerdet? Die Antwort ist ganz einfach: In der Yogastunde wurde mit Energien gearbeitet und die Chakren im Körper wurden aktiviert, eine innere Ruhe und Zufriedenheit fernab äußerer Einflüsse macht sich in dem Yogapraktizierenden breit. Was aber genau sind Chakren und Nadis? Und wie arbeitet man im Yoga mit ihnen? Hier erfahrt ihr mehr.

 

Vor allem der Begriff Chakra (Sanskrit: चक्र cakra) ist bestimmt jedem schon mal über den Weg gelaufen. Wörtlich übersetzt bedeutet Chakra Rad, Kreis oder Bereich und beschreibt Energiezentren in unserem feinstofflichen Körper. Die Chakren schwirren aber auch nicht irgendwie in unserem Körper herum, sondern sind durch die Nadis (Sanskrit: नाडी nadi), sogenannte Energiekanäle, miteinander verbunden. Wir möchten euch hier die bekanntesten drei Nadis und die sieben Haupt-Chakren vorstellen.

Nach der yogischen Lehre gibt es zirka 72.000 Nadis. Die drei bekanntesten sind Sushumna, Ida und Pingala.

Die Sushumna Nadi verläuft entlang der Wirbelsäule, vom unteren Ende (Steißbein) bis zum Scheitelpunkt des Kopfes, um sie herum schlängeln sich Ida und Pingala. Entlang der Sushumna sind auch die sieben Haupt-Chakren angeordnet.

Ida und Pingala stehen für die Mond- und Sonnenenergie. Ida als weibliche Kraft, die die Mondenergie beherbergt, sitzt in der linken Körperhälfte und hat ihr Ende im linken Nasenloch. Pingala als Träger der männlichen Kaft, also der Sonnenenergie, sitzt in der rechten Körperhälfte und hat ihr Ende im rechten Nasenloch. Sind Ida und/oder Pingala aktiv, fließt also „Prana“ Energie, durch diese Bahnen und bedeutet, dass wir mit äußeren Aktivitäten beschäftigt sind. Als Yogis wollen wir aber die große Sushumna aktivieren und somit hier die Energie fließen lassen, um Raum und Zeit zu überwinden. Eine aktive Sushumna bedeutet die beste Zeit zur Meditation.

Gerade die yogischen Atemtechniken „Pranayama“ ermöglichen auf einfachem Wege die Reinigung der Nadis und bringen das Prana zum fließen. Die Feueratmung reinigt und die Wechselatmung harmonisiert. Die Beobachtung der Atmung hilft zur Überprüfung welche Nadi gerade aktiv ist. So wechselt mehrmals über den Tag verteilt das Nasenloch durch das wir gerade atmen. Swami Sivananda beschreibt, dass die Nahrungsaufnahme besonders geeignet ist, wenn das rechte Nasenloch, also Pingala aktiv ist. Eine aktive Pingala ist aber auch für den Mann zum Sex geeignet. Eine aktive Ida ist hingegen für die Frau zum Sex geeignet.

yoganiki_chakren

Die Chakren, entlang der Sushumna Nadi angeordnet, können ebenso wie die Energiebahnen blockiert sein und mal stärker oder schwächer aktiv sein. Die Arbeit mit den Chakren soll Energien wecken, Blockaden lösen und auch reinigend wirken. Singen zum Beispiel aktiviert auf einfache Weise unser Herzchakra, ebenso wie Lachen. Durch bestimmte Asanas (Körperstellungen) und deren Anordnung in der Yogastunde werden die Chakren aktiviert und man bereitet sich somit optimal für die Meditationspraxis vor.

Gemäß ihrer Anordnung entlang der Sushumna werden die Chakren von unten nach oben betrachtet:

1. Muladhara Chakra – das Wurzelchakra am unteren Ende der Wirbelsäule

2. Svadhistana Chakra – das Sexualchakra im Genitalbereich

3. Manipura Chakra – das Nabelchakra im Bauchbereich

4. Anahata Chakra – das Herzchakra im Brustbereich

5. Vishuddha Chakra – das Kehlchakra im Hals-, Kelhbereich

6. Ajnya Chakra – das Stirnchakra, das dritte Auge zwischen den Augenbrauen

7. Sahasrara Chakra – das Kronen- oder Scheitelchakra etwas über dem Scheitelpunkt des Kopfes

 

Eine einfache und effektive Technik um gleich mehrere Chakren auf einmal zu aktivieren ist das Singen des OM. Zuerst erdet man sich idealerweise indem man einen gekreuzten Sitz einnimmt und somit das Wurzelchakra aktiviert. Beim Singen der Silbe OM entstehen Schwingungen in unserem Körper. Von der Körpermitte, dem Nabelchakra aus wandert diese Schwingung zu unserem Dritten Auge, dem Stirnchakra und aktiviert auch das Herz- und Kehlchakra. Die Stille nach dem OM-Singen ermöglicht es uns mit dem göttlichen, mit unserem Kronenchakra zu verbinden.

Demnächst werden wir hier jedem einzelnen Chakra einen Artikel widmen. Ihr werdet erfahren, welche Bedeutung das Chakra hat und wie ihr es aktivieren könnt.