AM ANFANG WAR DAS OM.

Nun ist es schon 4 Jahre her, dass ich das erste Mal "OM" gesungen habe. Als wäre der Moment gerade erst gewesen erinnere ich mich noch ganz klar an die plötzlich in mir auftretenden Gefühle, wie mangelndes Selbstbewusstsein in der Gruppe zu Singen und die große Frage, ob dies nun wirklich notwendig ist? - und doch hat es mich zu einem inneren Lächeln bewegt, da ich den Moment des OM-Singens zugleich absurd als auch witzig fand - oder eher lächerlich?

Es folgten zirka weitere 2 Jahre des OM-Singens - am Anfang und Ende jeder Yogapraxis - doch es erschien mir immer noch überflüssig. Es wurde eher zu einer Routine, derer ich keinerlei weiterer Bedeutung zusprach. Nichts ahnend und mit dem Ziel den üblichen Arbeitsstress abzubauen spazierte ich eines Abends pünktlich um 18.00 Uhr zum Yogastudio und freute mich wie immer auf die Stunde. Mit der Begrüßung der Yogalehrerin und der Aufforderung nun einen gekreuzten Sitz einzunehmen, die Augen zu schließen, begann auch dieses Mal die Yogapraxis mit dem Singen des 3-maligen OM, danach folgte eine schöne aber auch fordernde Yogastunde und die riesige Freude zum Ende in Shavasana ganz entspannen zu können, abgeschlossen wurde die Stunde mal wieder mit dem Singen des 3-maligen OM. Schließt nun die Augen, atmet vollständig ein und wieder vollständig aus, atmet ein für das OM - OOOOOOOOOOOOOOOMMM - irgendwie anders heute.... Ich habe es nicht mehr ausgehalten und musste die Augen öffnen, um mich zu vergewissern: war ich tatsächlich noch in dem mir so sehr vertrauten Raum? Hier saßen nun 14 OM singende Yogis und Yoginis, jeder in seinem eigenen Ton. 14 unterschiedliche Töne, die gemeinsam eine Fülle hatten, eine Reinheit, etwas Großes, ja sogar Ganzes. Ich bekam Gänsehaut. Jeder einzelne individuelle Ton der OM-singenden Yogis fügte sich zu einer unbeschreiblich schönen Harmonie zusammen, die den Raum regelrecht mit einem Zauber füllte und ich, wie ich heute weiß, mein Herz-Chakra, das Anahata Chakra in mir öffnete. Dies war so ein großes Glücksmoment für mich, dass ich selbst heute noch bei dem Gedanken an diesen Abend voller Freude und Glück bin. 

In dem schwedischen, preisgekrönten Film "Dem Himmel so nah", wird dieser Moment des Glücks zum Ende hin ganz wunderbar dargestellt, so dass der aufmerksame Zuschauer / Zuhörer dieses Gefühl erahnen kann. Im Film wird die Silbe "A" gesungen. Im Yoga singen wir "OM". 

OM ॐ setzt sich eigentlich zusammen aus A - U - M. Dabei verschmelzen beim Singen A und U zu einem O. Je nach Tradition oder Lehrer wird AUM oder OM gesungen. In der Tradition des Hatha-Yoga wird OM zu Beginn und zum Ende der Stunde gesungen. Als das bekannteste Bija Mantra, also einsilbige Mantra, symbolisiert OM im Yoga den Urklang, den Klang nach dem das ganze Universum schwingt und somit auch wir. Beim Singen des OM können wir alle unsere Chakren aktivieren, wir können eine Vibration, eine Schwingung durch unseren Körper spüren und die Stille danach verbindet uns mehr und mehr mit uns, unserem innersten Wesenskern, dem Göttlichen.

Ich habe begriffen, dass es nicht darauf ankommt den Ton der Yogalehrerin oder Matten-NachbarIn zu treffen und zu halten, sondern meinen Ton zu singen. Und darum geht es auch in deiner Yogapraxis: es geht um Dich. Singe OM für Dich, verbinde Dich mit Deinem wunderschönen Klang, nimm den Klang anderer wahr und verbinde Dich auch mit ihrem Klang zu einer unglaublich schönen Harmonie. 

OM Deine Nicole Shiva